Die CDU-Fraktion bringt zur kommenden Bürgerschaftssitzung einen Antrag ein, mit dem
die Realisierbarkeit eines ‚Privacy-Playground-Pilotprojekts‘ geprüft werden soll. Ziel ist es,
ein deutliches Zeichen für mehr Verantwortung im Umgang mit Kinderfotos im öffentlichen
Raum zu setzen.
Hierzu erklärt die Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion, Chris Günther:
„Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre und Schutz. Dieses Recht endet nicht an der
Spielplatzgrenze. Wir erleben seit Jahren, wie selbstverständlich Kinder fotografiert und
die Bilder anschließend in sozialen Netzwerken geteilt werden, oft ohne Bewusstsein für
die langfristigen Folgen. Ein einmal veröffentlichtes Foto lässt sich kaum wieder einfangen,
es kann kopiert, weiterverbreitet oder in völlig anderen Zusammenhängen genutzt werden.
Deshalb müssen wir als Stadt Wege finden, um auf diese Risiken aufmerksam zu machen,
ohne Eltern zu bevormunden.
Das Konzept ‚Privacy Playground‘ bietet dafür einen modernen und alltagsnahen Ansatz.
Kindgerecht gestaltete Sticker oder Schilder, unauffällig in den Spielplatz integriert, lösen
beim Fotografieren einen kurzen Hinweis auf dem Smartphone aus. Dieser Impuls erinnert
daran, verantwortungsvoll mit Kinderfotos umzugehen, ohne Daten zu erfassen oder in die
Privatsphäre einzugreifen. Die Kombination aus technischer Einfachheit und
pädagogischer Wirkung macht das Modell für Rostock besonders interessant. Wir fordern
die Oberbürgermeisterin daher auf zu prüfen, wie ein solches Pilotprojekt auf mehreren
stark genutzten Spielplätzen umgesetzt werden kann und welche Voraussetzungen für
eine spätere Ausweitung notwendig sind.
Der Kinder- und jugendpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Kenny Grafenhorst, ergänzt:
Als Stadt tragen wir Verantwortung dafür, dass Kinderrechte nicht nur in politischen Reden
vorkommen, sondern im Alltag spürbar geschützt werden. Digitale Risiken gehören längst
zum Familienleben und dürfen nicht ignoriert werden. Wenn Rostock eine moderne,
verantwortungsbewusste und kinderfreundliche Stadt bleiben soll, müssen wir bereit sein,
neue Wege zu gehen und innovative Ansätze ernsthaft zu prüfen. Genau das tun wir mit
diesem Antrag. Wir wollen, dass Rostock mutig vorangeht und zeigt, dass Kinderschutz im
digitalen Alltag eine Aufgabe ist, die wir ernst nehmen und aktiv gestalten.“
