Beschlussvorschlag:
Die Oberbürgermeisterin wird beauftragt, die Realisierbarkeit eines Pilotprojekts nach
dem Modell „Privacy Playground“ zum Schutz der Kinderrechte auf mindestens drei stark
genutzten Spielplätzen in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock zu prüfen.
Weiterhin soll geprüft werden, welche organisatorischen, technischen und finanziellen
Voraussetzungen notwendig sind, um das Projekt langfristig auf sämtliche Spielplätze im
Stadtgebiet auszuweiten.
Das Prüfergebnis ist der Bürgerschaft zur Juni-Sitzung 2026 vorzulegen.

Sachverhalt:


Der Schutz der Persönlichkeitsrechte von Kindern gewinnt angesichts der zunehmenden
Digitalisierung und der Verbreitung von Fotos in sozialen Medien an Bedeutung. Das
Konzept „Privacy Playground“ setzt genau dort an, wo Kinder besonders häufig
fotografiert werden, nämlich auf Spielplätzen. Durch ein Pilotprojekt kann Rostock
innovative Wege erproben, um Eltern für die Risiken des unbedachten Teilens von
Kinderfotos zu sensibilisieren und Kinderrechte im Alltag zu stärken. Die Prüfung schafft
Klarheit über Machbarkeit, Aufwand und mögliche Ausweitung auf alle Spielplätze der
Stadt.
In der praktischen Umsetzung werden auf ausgewählten Spielplätzen kindgerecht
gestaltete Sticker oder Schilder angebracht, die unauffällig in den Spielplatzbereich
integriert sind. Werden diese beim Fotografieren mit dem Smartphone erfasst, erscheint
auf dem Gerät eine kurze Hinweisnachricht, die Eltern auf die Risiken des Teilens von
Kinderfotos aufmerksam macht und für einen verantwortungsvollen Umgang sensibilisiert.
Das System funktioniert niedrigschwellig, ohne Datenerfassung und ohne Eingriff in die
Privatsphäre der Nutzerinnen und Nutzer. Dadurch entsteht ein unmittelbarer,
alltagsnaher Lerneffekt genau in dem Moment, in dem er am wirksamsten ist.

Gez. Chris Günther
Fraktionsvorsitzende