In der aktuellen Diskussion um die gastronomische Versorgung in Rostocker Stadtteilen hat die Verwaltung ihre Stellungnahme zu einem Antrag der Fraktion Die Linke vorgelegt, der auf eine Stärkung wohnortnaher, privat getragener Angebote abzielt. In ihrer Antwort rückt die Verwaltung jedoch die Mittagsmatrosen GmbH als möglichen Akteur für neue Quartiersstrukturen in den Mittelpunkt. Damit wird ein kommunales Modell ins Spiel gebracht, das deutlich über die ursprüngliche Aufgabe der Schulverpflegung hinausreicht.
Hierzu erklärt die Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion, Chris Günther:
„Die Verwaltung schlägt in ihrer Stellungnahme ernsthaft vor, die Mittagsmatrosen GmbH zu einem städtischen Gastronomiekonzern auszubauen. Das ist ein absoluter Irrweg. Wir reden hier nicht mehr über Schulessen, sondern über den Einstieg der Stadt in die flächendeckende Versorgung ganzer Stadtteile. Das ist ein besorgniserregender Rückfall in alte planwirtschaftliche Denkmuster.
Rostock braucht keine staatlich organisierten Einheitskantinen, sondern lebendige, privat geführte Gastronomie. Wenn die Stadt mit einem eigenen Unternehmen in den Markt einsteigt, verdrängt sie genau die Anbieter, die wir eigentlich stärken wollen. Das ist so ziemlich das Gegenteil von Wirtschaftsförderung.
Die Stadt muss endlich aufhören, sich immer neue Aufgabenfelder anzueignen. Eine kommunale Allzweckküche, die am Ende dauerhaft mit Steuergeld gestützt werden muss, ist nicht die Antwort auf die Herausforderungen in unseren Stadtteilen. Was wir brauchen, sind Gründerinnen und Gründer, die sich etwas zutrauen, faire Rahmenbedingungen für Wettbewerb und wirtschaftliche Impulse. Das entsteht nicht, wenn die Stadt selbst zum Restaurantbetreiber wird.
Die Mittagsmatrosen sollen ihre Kernaufgabe erfüllen und gutes Schulessen liefern. Das ist anspruchsvoll genug. Eine Ausweitung in die Quartiere lehnen wir klar ab. Rostock braucht keine aus dem Rathaus heraus organisierte Gastrostruktur, sondern verlässliche Rahmenbedingungen für private Anbieter.“
