Beschlussvorschlag:
Die Oberbürgermeisterin wird beauftragt zu prüfen, ob ein Modellprojekt nach dem Vorbild des in Kopenhagen entwickelten CopenPay-Modells, das nachhaltiges und gemeinwohlorientiertes Verhalten von Gästen fördert, auf die Hanse- und Universitätsstadt Rostock übertragbar ist.
Dabei soll insbesondere gemeinsam mit der Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde untersucht werden,


•welche Elemente des Modells für Rostock geeignet wären,
•welche lokalen Partner (z. B. Kulturinstitutionen, Vereine, Umweltinitiativen, Mobilitätsanbieter) einbezogen werden könnten,
•welche Chancen und Risiken für Stadt, Tourismus und lokale Wirtschaft bestehen,
•und welche organisatorischen, finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen für ein mögliches Pilotprojekt erforderlich wären.


Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob ein zeitlich begrenztes und niedrigschwelliges Pilotprojekt, etwa im Rahmen eines Aktionsmonats, geeignet wäre, um erste Erfahrungen zu sammeln und nicht sofort ein langfristiges Modellprojekt über mehrere Jahre aufzusetzen.
Das Prüfergebnis ist der Bürgerschaft spätestens im zweiten Quartal 2027 vorzulegen.
Sachverhalt:
Das in Kopenhagen entwickelte CopenPay-Modell zeigt, dass nachhaltiges und gemeinwohlorientiertes Verhalten von Gästen durch attraktive Angebote gefördert werden kann. Besucherinnen und Besucher erhalten dort zum Beispiel freien Eintritt in Museen, wenn sie mit dem Fahrrad anreisen, oder können an besonderen Stadtführungen teilnehmen, wenn sie sich an kurzen Aufräumaktionen beteiligen. Andere Angebote umfassen kostenlose kulturelle Erlebnisse, wenn Gäste öffentliche Verkehrsmittel nutzen oder lokale Umweltprojekte unterstützen. Die Erfahrungen aus Kopenhagen belegen, dass solche Anreize gut angenommen werden und Gäste bereit sind, sich aktiv einzubringen, wenn dies mit positiven Erlebnissen verbunden ist.

Auch in Deutschland haben Städte wie Bremen und Berlin im Rahmen von Aktionsmonaten bereits Programme umgesetzt, die nachhaltiges Verhalten fördern und Gäste wie Einheimische niedrigschwellig einbinden. Diese Beispiele zeigen, dass entsprechende Formate auch im deutschen Kontext funktionieren und breite Akzeptanz finden.
Rostock steht als wachsender Tourismusstandort vor der Herausforderung, ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Attraktivität und die Bedürfnisse der Einwohnerinnen und Einwohner in Einklang zu bringen. Ein Modellprojekt nach dem Vorbild von CopenPay könnte neue Impulse setzen, um Gäste stärker einzubinden, lokale Angebote sichtbarer zu machen und nachhaltige Mobilität sowie umweltfreundliches Verhalten zu fördern.


Konkrete Maßnahmen für Rostock sollen im Rahmen der Prüfung ergebnisoffen entwickelt werden. Denkbar sind, abhängig von der Bewertung durch Verwaltung und Tourismuszentrale, unterschiedliche Angebots- oder Vorteilsmodelle im Bereich nachhaltiger Mobilität oder der Sichtbarmachung lokaler Kultur- und Umweltangebote. Eine Festlegung auf bestimmte Verhaltensweisen oder Beteiligungsformate erfolgt bewusst nicht vorab.


Insbesondere ist zu prüfen, wie freiwillige Beteiligungsangebote so gestaltet werden können, dass sie als bereicherndes Erlebnis wahrgenommen werden, für Gäste attraktiv sind und keinen Erwartungsdruck erzeugen.
Ein solches Pilotprojekt könnte zudem lokale Anbieter sichtbarer machen und zusätzliche Impulse für die touristische Wertschöpfung setzen.


Die Prüfung durch die Verwaltung und die Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde soll klären, ob und in welcher Form ein solches Konzept für die Hanse- und Universitätsstadt geeignet ist und welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssten.

Gez. Chris Günther

Fraktionsvorsitzende