Beschlussvorschlag:

  1. Die Oberbürgermeisterin wird beauftragt, gemeinsam mit dem Land Mecklenburg‑Vorpommern die Möglichkeiten zur Einrichtung eines kommunalen Modellprojekts zur frühkindlichen Sprachbildung zu prüfen.

Ziel der Prüfung ist es, ein Konzept zu entwickeln, das die Sprachentwicklung von Kindern frühzeitig unterstützt, Übergänge zwischen Kita und Grundschule verbessert und Eltern systematisch und kontinuierlich einbindet.

Die Oberbürgermeisterin führt hierzu Gespräche mit dem Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung sowie dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport und berichtet der Bürgerschaft bis spätestens zum Ende des ersten Quartals 2027 über die Ergebnisse.

  1. Das Modellprojekt soll, vorbehaltlich der Ergebnisse der Prüfung, insbesondere folgende Schwerpunkte setzen: 
  1. Frühe Elterninformation und Beratung: Entwicklung eines stadtweiten Ansatzes, der Eltern bereits ab dem Kita‑Eintritt über die Bedeutung sprachlicher Förderung und regelmäßiger Kita‑Teilnahme informiert.
  1. Kooperation im Sozialraum: Aufbau verbindlicher Zusammenarbeit zwischen Kitas, Grundschulen, Familienzentren, Kinderärzten und weiteren Partnern, um Sprachentwicklungsrisiken früh zu erkennen und abgestimmt zu handeln.
  1. Strukturierte Sprachstandserfassung: Erarbeitung eines Konzeptes zur systematischen Beobachtung und Dokumentation der Sprachentwicklung im Vorschulalter, abgestimmt mit dem Land Mecklenburg‑Vorpommern.
  1. Gemeinsame Förderplanung: Entwicklung eines verbindlichen Verfahrens, mit dem Kita und Grundschule für Kinder mit Sprachförderbedarf gemeinsam Förderziele und Übergangsmaßnahmen festlegen.
  1. Evaluation: Fachliche Auswertung des Modellprojekts hinsichtlich Wirksamkeit, Praxistauglichkeit und möglicher Übertragbarkeit auf weitere Kommunen.
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Sachverhalt:

Eine verlässliche Sprachentwicklung ist die Grundlage dafür, dass Kinder sich sicher ausdrücken, Lerninhalte verstehen und aktiv am Unterricht teilnehmen können. In Rostock zeigt sich seit Jahren, dass Kinder mit deutlichen sprachlichen Verzögerungen zu Schulbeginn häufig einen erschwerten Start haben. Sie benötigen mehr Unterstützung, um dem Unterricht folgen zu können, und geraten schneller in Situationen, in denen Unsicherheit und Lernfrust entsteht. Je früher Sprachentwicklungsrisiken erkannt werden, desto besser lassen sich passende Förderangebote gestalten und desto größer sind die Chancen, dass Kinder mit gestärktem Selbstvertrauen in die Schule kommen.

Rostock verfügt über eine Vielzahl engagierter Akteure, die alle einen wichtigen Beitrag zur Sprachbildung leisten. Dennoch arbeiten diese Einrichtungen oft mit unterschiedlichen Verfahren, Beobachtungsinstrumenten und Kommunikationswegen, was die Abstimmung erschwert. Ein kommunales Modellprojekt könnte hier ansetzen. Es schafft einen gemeinsamen Rahmen, der die Zusammenarbeit erleichtert, Übergänge zwischen Kita und Grundschule besser strukturiert und Eltern frühzeitig einbindet. Gerade die Eltern spielen eine entscheidende Rolle, denn sie begleiten den Alltag der Kinder und können mit einfachen Mitteln viel zur Sprachentwicklung beitragen, wenn sie gut informiert und unterstützt werden.

Ein Modellprojekt bietet darüber hinaus die Möglichkeit, ein abgestimmtes Verfahren zur Beobachtung der Sprachentwicklung zu entwickeln, das allen Beteiligten klare Orientierung und gemeinsame Standards gibt. Gleichzeitig kann es sicherstellen, dass Förderbedarfe nicht an Schnittstellen verloren gehen, sondern von Kita und Grundschule gemeinsam aufgegriffen werden. Durch eine regelmäßige Auswertung der Erfahrungen lässt sich prüfen, welche Maßnahmen besonders wirksam sind und wie sie weiterentwickelt werden können.

Rostock hat die Strukturen und die fachliche Kompetenz, um ein solches Modellprojekt zielgerichtet und mit nachweisbarer Wirkung umzusetzen. Es würde die Chancengerechtigkeit erhöhen, die Startbedingungen für Kinder verbessern und eine Grundlage dafür schaffen, dass die Stadt ihrer Verantwortung gerecht wird.

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Finanzielle Auswirkungen:

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liegen nicht vor, da Prüfauftrag

Gez. Chris Günther
Fraktionsvorsitzende