Laut Medienberichten hat das Land Mecklenburg‑Vorpommern Teile des alten Rostocker Volkstheaters unter Denkmalschutz gestellt. Die Stadt hatte geplant, das Gebäude nach Fertigstellung des Neubaus zu verkaufen und Einnahmen von fünf bis zehn Millionen Euro zu erzielen. Durch den Denkmalschutz ist ein Abriss der betroffenen Bereiche nicht mehr möglich. Die Stadt prüft nun, wie mit dem Objekt weiter verfahren werden kann.
Hierzu erklärt die Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion, Chris Günther:
„Was das Land hier abliefert, ist ein Paradebeispiel dafür, wie man kommunale Verantwortung mit einem Federstrich aushebelt. Rostock plant seit Jahren, das alte Theater zu verkaufen und damit fünf bis zehn Millionen Euro zur Refinanzierung des Neubaus einzunehmen. Diese Mittel sind fest eingeplant, und zwar nicht aus Jux und Dollerei, sondern weil die Stadt rechnen muss wie jeder ordentliche Haushalt.
Und nun erklärt uns das Ministerium, ein maroder DDR‑Anbau sei plötzlich ein schützenswertes Juwel. Wir reden hier über einen Gebäudeteil, der zu klein ist, dessen Brandschutz nicht mehr funktioniert und der mit Schadstoffen belastet ist. Selbst Umkleiden mussten wegen Schimmel gesperrt werden. Wer so etwas unter Schutz stellt, schützt nicht die Geschichte, sondern die Absurdität.
Besonders bemerkenswert ist, dass dieser Denkmalschutz offenbar auf die Initiative einer einzigen Privatperson zurückgeht, mutmaßlich sogar eines der damaligen Architekten. Wenn Einzelinteressen künftig Millioneninvestitionen blockieren, dann gute Nacht kommunale Selbstverwaltung.
Rostock braucht auf diesem Gelände Wohnungen, eine Quartiersgarage und eine Begegnungsstätte. Das sind konkrete Bedarfe der Bürgerinnen und Bürger, keine nostalgischen Träumereien über Beton aus den 70ern. Wer diese Entwicklung aus Schwerin heraus stoppt, muss sich fragen lassen, ob er die Realität vor Ort überhaupt noch wahrnimmt.
Wir erwarten, dass das Land diese Entscheidung korrigiert oder die finanziellen Folgen vollständig übernimmt. Was wir nicht akzeptieren werden, ist eine Bauruine mitten in der Stadt, nur weil im Ministerium jemand nostalgische Gefühle für DDR‑Architektur entwickelt hat. Rostock braucht Zukunft, keine Denkmal‑Experimente.“
