Laut Medienberichten wurde das neu geschaffene Fassadenkunstwerk in der Rostocker KTV nur wenige Stunden nach seiner Fertigstellung beschädigt. Bereits während der Arbeiten soll der Künstler Anfeindungen ausgesetzt gewesen sein. Nach Berichten über Einschüchterungsversuche musste das Projekt sogar durch einen Sicherheitsdienst geschützt werden. Die Vorgänge reichen damit weit über bloßen Vandalismus hinaus und werfen ein Schlaglicht auf bedenkliche Entwicklungen in Teilen des Stadtteils.

Hierzu erklärt die Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion, Chris Günther:

„Wer die Arbeit eines Künstlers zerstört, Fremdeigentum beschädigt und Menschen einschüchtert, ist kein Aktivist und kein Verteidiger des Stadtteils. Er ist Teil eines Problems, das in der KTV seit Jahren wächst. Natürlich darf über Stadtentwicklung und die Zukunft des Viertels gestritten werden. Was aber nicht geht, ist die Vorstellung, eine kleine Szene könne für alle anderen entscheiden, welche Kunst gezeigt werden darf, wie Häuser auszusehen haben und wer im Stadtteil akzeptiert wird.

Genau dieser Anspruch wird immer sichtbarer. Einige wenige führen sich auf, als gehöre ihnen die KTV. Wer nicht ins eigene Weltbild passt, wird angefeindet oder unter Druck gesetzt. Das ist autoritäres Gehabe. Besonders beunruhigend ist die Entwicklung der vergangenen Zeit. An einem Tag wird ein mutmaßlicher Linksextremist aus seiner Wohnungen geholt, am nächsten Tag wird ein Künstler während seiner Arbeit bedrängt. Da muss man sich ernsthaft fragen, was hier aus dem Ruder gelaufen ist.

Rostock diskutiert seit Jahren über Verdrängung. Aber Verdrängung entsteht nicht nur durch steigende Mieten. Sie entsteht auch dort, wo Menschen das Gefühl bekommen, unerwünscht zu sein. Wer Menschen einschüchtert und anderen vorschreiben will, was sie gestalten, schaffen oder zum Ausdruck bringen dürfen, betreibt selbst Ausgrenzung und schafft genau die gesellschaftliche Enge, die er angeblich bekämpft.

Die KTV gehört nicht einer politischen Szene oder selbsternannten Wächtergruppen. Sie gehört allen Rostockerinnen und Rostockern. Es braucht daher eine konsequente strafrechtliche Verfolgung der Täter und ein klares Signal, dass Einschüchterung, Vandalismus und politisch motivierte Sachbeschädigungen in Rostock keinen Platz haben.“