Beschlussvorschlag:
Die Oberbürgermeisterin wird gebeten, in Abstimmung mit der stadteigenen inRostock GmbH Messen, Kongresse & Events den Umbau der Messehalle (HanseMesse) zu einer erweiterten Multifunktionshalle bzw. Wettkampfsporthalle in zwei Varianten zu prüfen.
- „kleine Variante“ mit bis zu 2.500 Zuschauern um neben Messen und Ausstellungen auch Wettkampfsportveranstaltungen für den Rostocker Sport zu ermöglichen.
- „große Variante“ mit einer maximal möglichen Zuschaueranzahl bei voller Nutzung der Halle als Wettkampfsporthalle mit den dazu benötigten weiteren Flächennutzungen.
Gegenstand der Prüfung soll bei beiden Varianten die bauliche Machbarkeit, eine allgemeine Kostenschätzung und der Einfluss auf das laufende Geschäft in Stadthalle & HanseMesse sowie ein erweitertes Nutzungskonzept mit ersten optischen Plänen sein.
- Unter Berücksichtigung des Änderungsantrages 2024/BV/5298-03 („Die Oberbürgermeisterin wird mit der Baufeldprüfung für eine Eishalle am Hamburger Tor beauftragt.“), ungeändert beschlossen in der Bürgerschaftssitzung am 04.12.2024, wird gleichzeitig geprüft, ob am vorhandenen Standort „Hamburger Tor“ (neben einer möglichen Schwimmhalle) oder angrenzend neben der Messehalle weitere Trainingshallenstützpunkte errichtet werden könnten.
- In dem Zusammenhang ist ebenfalls zu prüfen, ob die Namensrechte der HanseMesse an Dritte veräußert werden könnten, um einen Teil der notwendigen Umbaukosten abzudecken.
Die baulichen Voraussetzungen und die finanziellen Erfordernisse sind entsprechend zu prüfen und der Bürgerschaft in seiner Bürgerschaftssitzung im September 2026 vorzulegen. Die Prüfung umfasst außerdem bei den beiden Varianten den Einfluss auf die laufenden Bewirtschaftungskosten und eine Bewertung der zeitlichen Umsetzung.
Der Stadtsportbund in Rostock ist im Hinblick auf Bedarfe und Hallenkapazitäten mit einzubeziehen. Bei der Betrachtung der Machbarkeit ist auch der Eigenbetrieb KOE neben der inRostock GmbH zu involvieren. Auch sind alle Fördermitteloptionen zu prüfen.
Sachverhalt:
Die Testspiele des SV Warnemünde 1949 (Volleyball) und des HC Empor Rostock (Handball) in der Messehalle im Februar und April 2026 haben gezeigt, dass die HanseMesse als Spielstätte geeignet ist und den Vereinen erhebliche Vorteile bietet. Die gestiegenen Nutzungsbedarfe des organisierten Vereins- und Spitzensports wurden wiederholt deutlich gemacht. Angestrebt wird eine Kombination aus Wettkampfstätte für den Profi- und Spitzensport sowie unmittelbar angrenzenden Trainingsstätten für den Vereins- und Breitensport.
Für die Wettkampfstätte sind ausreichende Zuschauerkapazitäten vorzusehen, beispielsweise in einer „kleinen Variante“ mit bis zu 2.500 Plätzen. Eine Kapazität dieser Größenordnung ermöglicht den Nutzern wirtschaftlich tragfähige Einnahmen und schafft neben einer ligagerechten Ausgestaltung einen hohen Mehrwert für Sponsoren, Vereine, Besucher und weitere Partner. Regelmäßige Sportveranstaltungen in der HanseMesse würden den Nordwesten Rostocks zusätzlich beleben und als Veranstaltungsstandort stärken.
Für die dauerhafte Nutzung ergänzender Trainingsstätten sind bezahlbare Mieten beziehungsweise Nutzungsentgelte unerlässlich. Die bestehende Entgeltordnung für Trainingssportstätten bietet hierfür einen geeigneten Rahmen, würde jedoch nur Anwendung finden, wenn die geplanten Trainings- und Schwimmhallen am Hamburger Tor oder in dessen Umfeld durch die kommunale Verwaltung (OE 41) bewirtschaftet werden. Darüber hinaus sollte der Wettkampfsport in den Hallen der inRostock GmbH Messen, Kongresse & Events, wie bereits in der StadtHalle praktiziert, auf Basis einer Deckungsbeitragskalkulation mit den Vereinen abgerechnet werden. Dadurch können beide Seiten die Durchführung von Profisportveranstaltungen auch weiterhin wirtschaftlich gemeinsam und auf Augenhöhe tragen. Unter Berücksichtigung eines möglichen Bedarfs der Rostock Seawolves an einem festen Profitrainingsstandort sowie des Wunsches des HC Empor und des SV Warnemünde 1949 (Volleyball), neben Spielstätte und Trainingsstätte auch seine Vereinsräume am Standort anzusiedeln, könnten die Entwicklungsflächen am Hamburger Tor sinnvoll ergänzt werden. In Verbindung mit einer neuen Schwimmhalle ließen sich so Synergien schaffen und bestehende Nutzungen, wie beispielsweise die Festwiese im IGA Park, langfristig sichern. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Messehalle dauerhaft als Sportwettkampfstandort etabliert wird.
Mit der Errichtung zusätzlicher Trainingshallen in unmittelbarer Nähe zur Messehalle und unter Berücksichtigung aller derzeit in der Fiete-Reder-Halle angesiedelten Nutzungen könnte der geplante Neubau der Fiete-Reder-Halle am bisherigen Standort möglicherweise entfallen. Voraussetzung wäre, dass die Kosten für die neuen Trainingshallen die derzeit veranschlagten Neubaukosten von rund 42 Millionen Euro deutlich unterschreiten. Der Umbau der Messehalle, der Bau einer neuen Schwimmhalle sowie die Vorhalteflächen für eine Eishalle und weitere Trainingsstätten bieten die Chance, den Standort mittelfristig zu einem leistungsfähigen Sportstandort zu entwickeln. Die bereits vorhandene Infrastruktur mit guter Anbindung an den Individualverkehr und den öffentlichen Nahverkehr stellt hierfür eine hervorragende Grundlage dar.
Eine dauerhafte Umnutzung beziehungsweise Erweiterung der HanseMesse für Sportwettkämpfe würde zahlreiche Vereine ansprechen und das sportliche Angebot im Nordwesten Rostocks sowohl im Leistungs- als auch im Breitensport deutlich erweitern und verbessern.
Begründung der Dringlichkeit für die Beratung in den Ortsbeiräten:
Die Dringlichkeit ergibt sich aus der aktuellen Bedeutung der Entwicklungsfläche „Hamburger Tor“ für die städtische Infrastrukturplanung. Die in der Bürgerschaft für Oktober 2026 vorgesehene Beschlussvorlage zur weiteren Bebauung des Areals macht eine zeitnahe Erweiterung der Nutzungsperspektive erforderlich. Mit dem vorliegenden Antrag wird die Betrachtung um die Option zusätzlicher Trainingshallen sowie die mögliche Verknüpfung mit einer erweiterten Nutzung der HanseMesse ergänzt.
Um eine umfassende und ausgewogene Abwägung zur künftigen Entwicklung des Standortes vornehmen zu können, und um die Sitzung der Bürgerschaft am 01. Juli 2026 zu erreichen, ist daher eine unmittelbare Beratung in den betroffenen Ortsbeiräten erforderlich.
Chris Günther
CDU-Fraktion
Thoralf Sens
SPD-Fraktion
Dr. Anja Eggert, Dr. Felix Winter
Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.Volt
Julia Kristin Pittasch
Fraktion FDP/Unabhängige
Sybille Bachmann
Rostocker Bund
Manuela Semder
Freie Wähler
Axel Tolksdorff
Rostocker Bund
